Aktuelle Lage im Zollwesen: Bleiben Sie informiert
Die Welt des Zolls ist ständig in Bewegung. Aktuell gibt es wieder mehr Handelskonflikte zwischen großen Wirtschaftsräumen wie den USA, der EU und China. Viele Länder nutzen Zölle stärker, um ihre eigene Wirtschaft zu schützen, andere um ihre politischen Interessen durchzusetzen. das führt zu Unsicherheit für Unternehmer und den Welthandel.
USA und neue Zölle
Die USA haben im Jahr 2026 neue Importzölle von etwa 15 % auf viele Waren angekündigt. Diese Maßnahmen sind teilweise zeitlich begrenzt und politisch umstritten. Zusätzlich haben Gerichte einige frühere Zölle für unzulässig erklärt, was für Unternehmen und Handelspartner zu weiterer Unsicherheit führt.
EU und USA
In der Handelsbeziehung zwischen der EU und den USA herrscht aktuell eine Situation extremer Rechtsunsicherheit. Im Kern basierte der Status quo auf einem Abkommen vom Sommer 2025, mit dem ein drohender Handelskrieg vorerst abgewendet werden sollte. In diesem Deal versprachen die USA der EU, die pauschalen Einfuhrzölle auf die meisten EU-Waren bei maximal 15 % zu deckeln, statt der ursprünglich angedrohten 25 % oder 30 %. Für besonders strategische Sektoren wie die zivile Luftfahrt sowie generische Medikamente sagten die USA sogar zu, die Zölle komplett auszusetzen oder auf einem sehr niedrigen Niveau zu belassen.
Im Gegenzug musste sich die EU zum Kauf von US-Energie (Flüssiggas und Öl) im Wert von rund 750 Milliarden USD bis 2028 verpflichten. Dies öffnete ihren Agrarmarkt für US-Produkte und schaffte die Zölle auf US-Industriegüter vollständig ab.
Diese Versprechen stehen aktuell (Februar 2026) auf der Kippe. Präsident Trump hat angekündigt, trotz dieses Abkommens und trotz eines gegenteiligen Urteils des Supreme Court neue globale Zölle von 15 % einzuführen, die am 24. Februar 2026 in Kraft treten sollen.
USA und China
Im Verhältnis zwischen den USA und China kam es in den vergangenen Jahren zu einem intensiven Zollstreit mit sehr hohen gegenseitigen Abgaben. Nach Verhandlungen wurden viele dieser Zölle vorübergehend auf rund 10 % reduziert, mindestens bis 2026. Dennoch bleibt das Verhältnis angespannt, sodass jederzeit neue Handelsmaßnahmen möglich sind.
Die Zollpolitik der USA gegenüber China gleicht aktuell einer Achterbahnfahrt zwischen extremen Strafmaßnahmen und juristischen Korrekturen. Im Jahr 2025 eskalierte der Handelskonflikt massiv, als die Trump-Administration Zusatzzölle von teilweise über 100 % auf strategische Güter wie Elektroautos sowie 50 % auf Solarzellen und Halbleiter verhängte. Ein besonderer Fokus lag zudem auf einem „Strafzoll“ von etwa 10 % als politisches Druckmittel im Zusammenhang mit dem Fentanyl-Handel.
Diese harte Linie wurde Ende 2025 durch ein zweitseitiges Abkommen vorübergehend abgemildert, in dem die USA die Zusatzzölle um zehn Prozentpunkte senkten und weitere Erhöhungen vorerst aussetzten. Dies drückte den effektiven Zollsatz für chinesische Exporte kurzzeitig auf einen Durchschnitt von etwa 11 %.
China reagierte auf die US-Zollpolitik unter der zweiten Trump-Administration mit einer Mischung aus harten Gegenmaßnahmen, strategischer Umgehung und diplomatischer Zurückhaltung nach jüngsten Gerichtsurteilen.
Die Lage hat sich jedoch am 20. Februar 2026 grundlegend geändert: Der US Supreme Court erklärte viele dieser länderspezifischen Sonderzölle für rechtswidrig. Als direkte Reaktion darauf hat Präsident Trump für den 24. Februar 2026 die Einführung eines neuen, globalen Einheitszolls von 15 % angekündigt. Damit werden chinesische Produkte – sofern keine Ausnahmen greifen, ab kommendem Dienstag einheitlich mit 15 % besteuert, was für viele Warengruppen eine Entlastung gegenüber den Rekordwerten von 2025 bedeutet, aber das grundsätzliche Handelsniveau weiterhin deutlich verteuert.
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